Mittwoch, 5. Januar 2011

Wenn keiner richtig weiter weiß, gründe doch nen Nachhilfekreis!

So langsam nimmt die Debatte um die Bildungslücke doch Fahrt auf. Auf www.jenapolis.de finden sich schon einige, interessante Kommentare zum dort veröffentlichten Artikel. Highlight ist bisher ein Kommentar, den wir hier zusammenfassen und kommentieren wollen. Wenn schon mal 4 Kinder im Haus sind, sollen die sich doch wenigstens gleich nützlich machen und die Nachhilfe übernehmen. Das der 14jährige Sohn dem 7jährigen hilft wird wohl jeder einsehen. Aber der kann sich natürlich seinerseits beim ganz großen Bruder bedanken, indem er bei Stochastik- oder Physiklücken des 18jährigen schließt. So, oder so ähnlich stellen sich Verantwortliche der Kommunalpolitik Hausaufgabenhilfe der Zukunft vor.
Und wenn Das aus unerfindlichen Gründen nicht klappt (es soll ja auch Einzelkinder geben - was dann?) gründen wir halt eine Bürgerwehr.... äh...Nachbarschaftshilfe. Da können sich dann parallel zum örtlichen CanastaClub alle Nachhilfebedürftigen der Gegend einmal wöchentlich, unter fachkundiger Anleitung eines Elternteils, dass noch nach alter Rechtschreibung ausgebildet wurde, treffen und denjenigen Ermitteln, der die wenigsten "Fähler" macht.
Zurück zur Sache:
Was nützen solche Gruppen, wenn alle das gleiche Niveau haben.Wie viele Gynasiasten sind bereit, Schülern aus Haupt- oder Berufsschulen freiwillig Grundkenntnisse in Lesen, Schreiben oder Rechnen beizubringen. Das hat man sich früher einfach gemacht. Die Partei hats beschlossen und vorgeschrieben und hinterher haben sich alle auf die Schulter geklopft und Fahnen fürs Vaterland geschwenkt. - In der guten, alten Zeit.
Solange  diese (politischen) Verhältnisse aber nicht wieder hergestellt sind, stellen sich folgende Fragen:
Vieviele Eltern kennen sich im Stoff ihrer Kinder jenseits von Lesen Lernen und Grundrechenarten so weit aus aus, dass sie nicht nur kontrollieren, sondern auch Wissen vermitteln können.
Wieviele Schüler lassen sich von den eigenen Eltern so motivieren, dass die entsprechenden Ergebnisse erzielt werden?
Sind die Eltern auf einem aktuellen Wissenstand?



Aus eigener Erfahrung: Fast niemand. Und Die, die das können brauchen uns nicht. Aber alle anderen. Und das sind genügend.

1 Kommentar:

  1. Das ist leider schlimm und traurig, dass das so ist. Es kann nicht eigentlich nicht angehen. Wir leben in einer modernen Industriegesellschaft, sind die drittstärkste Volkswirtschaft weltweit, die stärkste in Europa. Dennoch zeigen sich solche Defizite in der Bildung.

    Das impliziert die Frage, wie kann es dazu kommen? Wieso erfahren nicht alle Kinder und Jugendlichen dasselbe Maß an Bildung? Natürlich mag ein Grund das Elternhaus sein. Ein weiterer ist die eigene Motivation. Und last but not least sollten wir nicht unser 200 Jahre altes Bildungssystem vergessen. Man propagiert, Bildung sei - und das ist es zweifelsohne - ein Grundrecht. Dann bitte: setzt dieses Grundrecht auch um. Das ist eine Aufgabe, die der Politik obliegt. Solange wir aber an dem alten System festhalten, solange insbesondere sozial-schwache Familien hinsichtlich der Bildung nur unzureichend unterstütz werden, solange wird es diese Defizite immer geben.

    Der Verein Bildungslücke ist ein heißer Tropfen auf dem Stein, um betroffenen Kindern und Jugendlichen zu helfen. Daran gilt es festzuhalten und alles dafür zu tun, dass der Verein weiterhin besteht. Dafür sollten wir uns einsetzen - dafür setze ich mich ein.

    http://ipod84-mind.blogspot.com/

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